FALKENSTEIN. Pünktlich um 18:15 Uhr am Samstagabend schwebte der Geisterbus der Bushaltestelle beim Westbad entgegen. Wir hatten nicht genügend Zeit zu überlegen, ob wir denn wirklich zu all den schrecklichen Gestalten einsteigen sollten, denn eine Hexe sprang heraus, schob uns in den Bus und die Türen schlossen sich
Ein Bericht unserer Reporterin Annette Hartinger
Drinnen mussten wir voll Erstaunen feststellen, dass sich auch Hexen, Zombies und Vampire mit Sekt auf den Abend einstimmten. In dieser schaurig-lustigen Runde begaben wir uns auf den Weg nach Falkenstein. Dort angekommen machten wir uns an den Fußweg zur Burg. Links und rechts hatte ich jeweils einen Begleiter, zum einen wegen der drei Becher Sekt zum anderen, weil ich mich schon beim Anblick der Burg und des mit Grablichtern gesäumten Weges gruselte. Doch noch war alles ruhig - zu ruhig!
Plötzlich sprang ein Werwolf aus der Dunkelheit. Diesem knapp entkommen erwartete uns die nächste Herausforderung: Unter einem engen Torbogen erwartete uns ein hungriger Vampir. Mutig stürmten wir an ihm vorbei. Als wir aus dem Torbogen kamen, waren wir allerdings nicht mehr komplett. Aber in so einer Situation muss man mit kleineren Verlusten rechnen. Am Eingang der Burg angekommen wurde es Dank eines Feuerspuckers wieder hell. Eine schmale Turmtreppe, nur beleuchtet von Kerzen, führte nach oben. Vorsichtig tasteten wir uns eine Stufe nach der anderen voran. Doch alle Vorsicht half nichts, als uns ein schaurig geschminktes Burgfräulein in den Weg sprang, kreischten wir mit ihr im Chor. Nun betraten wir den Ort des Geschehens, einen hell erleuchteten Rittersaal. Kaum Platz genommen wurde auch schon der erste Gang aufgetragen.
 Fotos: Annette Hartinger |
Zu rockiger Musik betrat Mike Pfannenstiel mit blutroten Kontaktlinsen, Ledermantel und Sonnenbrille die Bühne. Bei seiner Show teilte er unter anderem fünf völlig identische Kuverts an Zuschauer aus, ließ sie ihr Handy jeweils darin verpacken und die Kuverts vermischen. Durch seine mentalen Fähigkeiten fand er ohne Probleme die Besitzer der Handys heraus.
Nach dem nächsten Gang bekamen wir von einer Hexe etwas hexenungewöhnliches zu sehen: Sie führte einen Bauchtanz vor. Dazu ließ die Zauberin, im wahren Leben Dr. Silvia Weidinger-Köppen, einen Kürbis durch die Luft schweben. Der Dracula, Rudy Christl, führte das wohl gefährlichste Hütchenspiel mit einer scharfen Metallspitze vor. Ich frage mich allerdings, muss ein Vampir auch Angst davor haben sich zu verletzen?
Die Bühnenshow von Professor Loui, alias Lucian Streit, wurde mit Sicherheit absichtlich erst nach dem Hauptgang platziert. Denn er hammerte sich mit einer leeren Flasche einen ca. 8 cm langen Nagel in die Nase, den eine spontan ausgewählte Assistentin aus dem Publikum mit zusammengekniffenen Augen wieder herauszog. Außerdem verspeiste er mit sichtlichem Genuß eine Glühbirne und spülte die klein zerbissenen Scherben mit einem großen Becher Wasser hinunter. Zum Glück bekamen wir eine andere Nachspeise vorgesetzt.
Im Anschluß an das Showprogramm konnte man zu toller Partymusik abtanzen, sich von einer Runenlegerin in die Zukunft schauen oder sich von Rudy Christl und Mike Pfannenstiel direkt am Tisch verzaubern lassen. Um viertel nach 1 mussten wir dann den Fußmarsch zum Bus antreten. Sicherlich lief allen beim Anblick der Grablichter erneut ein Schauer über den Rücken. Doch bis zum Bus und auch die Heimfahrt verlief ohne gruselige Vorkommnisse. Beim Westbad hieß es dann aussteigen, oder nächster Halt Friedhof. Wir schafften es alle schnellstens auszusteigen. Sogar diejenigen, die zu Beginn vom hungrigen Blutsauger aufgehalten worden waren, waren wieder hier. Sie sahen allerdings etwas verändert aus….