 Reverend Rusty gab sein Bestes und das Publikum war begeistert. |
ROTHENSTADT. Seine Finger tanzten, vibrierten und streichelten über die Saiten seiner High-Energy-Slide-Guitar. Die Leiden-
schaft seiner zum größten Teil selbst komponierten Songs zog das Publikum in seinen Bann.
Von unserer Mitarbeiterin Gabriele Glaubitz
Rusty Stone gehört ohne Zweifel zu den Größen unter der Gitarrenvirtuosen. Im 'Salute-Club' in Rothenstadt war es am Donnerstag soweit: Blueszeit! Die Akteure in der Veranstaltungsreihe 'Top-Act des Monats' im September: 'Reverend Rusty & The Case'. Speziell bei diesem Konzert im 'Salute-Club' sollten die Stücke vorgestellt werden, die auch auf ihrer neuen CD erscheinen sollen. Die Fans waren bis aus Regensburg und der nördlichen Oberpfalz angereist.
Stilvielfalt durch Crossover
Die drei überaus sympathischen, jetzt in München ansässigen Vollblutmusiker haben sich vor etwa zwanzig Jahren bei verschiedenen Auftritten in Austin/Texas kennen gelernt. Von Beginn des Konzertes an bestachen sie ebenso durch die virtuose Handhabung ihrer Instrumente wie durch ihre Stilvielfalt - Crossover! So geriet das Konzert vom ersten Stück an zu einem Spaziergang durch alle Spielarten des Blues. Das anfangs etwas verhaltene Temperament der Oberpfälzer Fans wurde allmählich entfacht, und mit seinem obligatorischen Gang durch das Publikum trug Rusty Stone den Funken der Begeisterung von der Bühne ins Publikum.
 Die Instrumente reichten von E-Gitarre über eine Mandoline bis zum Stehbass. |
Eigenkompositionen
Neben eigenen Kompositionen, wie zum Beispiel 'Preacher Man', einem gnadenlosen Bluesrockkracher, fand sich auch traditionelles Akustikmaterial wie Rory Gallaghers 'Going to my hometown' wieder. Klassiker, wie Willie Dixons 'Rollin' & Tumblin' ', oder die eigenwillige Version des 'Rolling Stones-Hits 'Honky Tonk Woman' fügten sich ebenso nahtlos ein. Ein musikalischer Höhepunkt löste den anderen ab, ob Blues, R'n'B, Boogie oder Hard-Core-Texas-Shuffle.
Das lag auch an der teilweise für ein Blueskonzert ungewöhnlichen Instrumentierung der Band. So tauschte Frontmann Rusty Stone immer wieder seine E-Gitarre mit der Mandoline und seiner Ganzmetall Dobro. Und Schlagzeuger 'Al Wood' ließ schon mal seine Sticks auf dem Hocker seines Drumkits liegen, um den Takt mit der 'Magic Box', dem Cajon, vorzugeben. Dieses von peruanischen Sklaven erfundene Instrument ist eine einfache Holzkiste, in deren Innerem Rasseln und Metallsaiten angebracht sind. Was 'Al Wood' mit blanken Händen auf diesem ungewöhnlichen Instrument an Rhythmuskaskaden vollbrachte, verblüffte die Zuhörer ein ums andere Mal. Sein Solo mit Händen, Füßen, Rasseln, Glöckchen und ganzem Körpereinsatz war unbeschreiblich, energiegeladen und riss zu Begeisterungsstürmen hin.
Stehbass und Tuba
Ein weiterer Höhepunkt des Abends war, als Bassist 'Mr. C.P.' vom E- zum Stehbass wechselte und seine Grooves zupfte. Vollends aus dem Häuschen waren die Zuschauer, als er seinen Bass auf die Seite legte, um seinen Mitspielern mit einer Basstuba den Rhythmusteppich zu legen. Um jeden musikalischen Höhepunkt des fast dreistündigen Konzertes einzeln hervorzuheben, bedürfte es einer Sonderausgabe. Sicher ist jedoch, dass dem 'Salute-Team' mit dem Engagement von 'Reverend Rusty & The Case' ein weiterer Höhepunkt in ihrer Veranstaltungsreihe 'Top-Act des Monats' gelungen ist.