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WAIDHAUS. Die Masche der Schleusermafia, Asylbewerber aus Aufnahmestellen in Polen zu holen, ist mittlerweile bekannt. Diese sogenannte Schengenschleusung stellt sich für die Menschenhändler als ein erträgliches Zusatzgeschäft dar.
Bei der Kontrolle eines polnische Ford Galaxy auf der Autobahn A 6 - Ausfahrt Vohenstrauß/Ost - durch Fahnder der Bundespolizeiinspektion (BPOLI) Waidhaus stellten diese fest, dass der 51 - jährige polnische Fahrer in Begleitung einer russischen Familie aus der Region Dagestan (Südrussland) war. Er hatte den 34- jährigen Familienvater, die 28 – jährige Mutter und die drei Kinder im Alter von zwei, sieben und zehn Jahren in einem Asylantenheim in Ostpolen „angeworben“ und wollte sie nach vielen Versprechungen mit seinem Fahrzeug nach Frankreich bringen. Ganz nebenbei mussten sie für die illegale Fahrt ins 1 500 Kilometer entfernte Straßburg 1100 Euro an die Schlepperorganisation zahlen.
Nach zwei Drittel der Strecke beendeten die Beamten der Bundespolizei schon wenige Kilometer nach der Einreise von Tschechien nach Deutschland die illegale Fahrt der Gruppe in den Westen.
Die neue Masche der Schleusermafia wird in Polizeikreisen „Schengenschleusung“ genannt.
In den östlichen Staaten werden dabei bereits registrierte Asylbewerber mit viel Überredungskunst angeworben und innerhalb der Schengen – Mitgliedstaaten geschleust. Die Schlepper bringen ihre gutgläubigen Opfer, unter Aussicht auf wesentlich bessere Lebensbedingungen, gegen einen nicht unerheblichen „Unkostenbeitrag“ nach Deutschland, Österreich, Italien oder nach Frankreich.
Der Pole wird voraussichtlich am Donnerstag (05.01.2012) dem Haftrichter am Amtsgericht Weiden vorgeführt.
Die russische Familie muss wieder nach Polen zurück.