 Fotos: Gaby Glaubitz |
NEUHAUS. Der Wirt hatte gut eingeheizt, die Temperaturen waren dem brasilianischen Klima angepasst. Der schöne alte Kanonenofen in der Zoiglstube glühte. Stühle wurden hinzu gestellt, damit die vielen Gäste Platz fanden. Und das Kommen hatte sich gelohnt. Das Publikum blickte gespannt zur Bühne, als Maucha Adnet samt ihren Musikern von hinten durch die Tür 'ins Wohnzimmer' eintraten, fast wie alte Bekannte.
Von unserer Mitarbeiterin Gabriele Glaubitz
Mit 'Agua de beber' von Antonio Carlos Jobim zogen sie sofort alle in den Bann, die ruhige und volle Stimme von Maucha Adnet schmeichelte sich in die Gehörgänge. Überhaupt bestand der Großteil des Programms aus bekannten Stücken Jobims, wie 'Gingi', 'Wave', 'Felicidad' oder 'Waters of March'. Bald wippten Füße und Köpfe im Takt mit.
Eine ungewöhnliche Stimmung, ein ungewöhnliches Konzert. Fast schon in Wohnzimmer-Atmosphäre lauschten die Fans des Bossa Nova und Jazz der warmen, dunklen Stimme von Maucha Adnet. Man nennt sie die 'Grande Dame des Bossa Nova', und den Beweis blieb sie nicht lange schuldig. Mit ihrer warmherzigen und ungekünstelten Ausstrahlung gewann sie sofort die Herzen des Publikums.
Maucha Adnet singt die Musik Jobims mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit. Nachdem sie u.a. mit Randy Brecker, Oscar Castro Neves oder Slide Hampton gearbeitet hatte, tourt sie seit einiger Zeit zusammen mit den renommierten Profimusikern Walter Lang (piano), Uli Zrenner-Wolkenstein (bass) und Gerwin Eisenhauer (drums). Maucha ist verheiratet mit dem brasilianischen Schlagzeuger Duduka de Fonseca. Dieser war ein Lehrer des Schlagzeugers Gerwin Eisenhauer am Drummers Collective, New York City, womit die Frage beantwortet wäre, wie diese Sängerin mit dieser Formation schon zum zweiten Mal nach Neuhaus kommt. Dies ist die zweite größere Tournee, die das Quartett gemeinsam bestreitet.
Das bekannte und lange erwartete Stück 'Girl from Ipanema' wurde erst in der Zugabe präsentiert. Maucha sang es zweisprachig, in Englisch und Portugiesisch. Mit einem fast akzentfreien 'Hawadere' verabschiedete sie sich. Lange anhaltender Applaus beendete ein unvergessliches Konzert.