Was ist ein Wellness-Menü? Functional Food? Einfach in der Zubereitung? Grünfutter und Rohkost? Zum Ausbruch aus dem grauen Alltag gehört auch ein Menü, das der Seele schmeichelt, denn Wellness berührt Leib UND Seele. Ein kulinarischer Erfahrungsbericht von Franz RiegerSollte ein „Wellness-Menü“ nicht tatsächlich etwas anderes sein als Salat, Fruchtsäfte und mageres Fleisch und Fisch? Die meditative Wirkung der Zubereitung, das eine oder andere besondere, eventuell etwas kostspielige, Produkt und der abschließende Genuss lassen nicht nur den passionierten Hobbykoch seufzen: „das hab ich mir verdient“. Gut Ding will allerdings Weile habe, Hektik am Herd bringt weder Spaß noch brauchbare Ergebnisse. Zum Glück gibt es zahlreiche Rezepte, die mitunter zwar etwas aufwändig herzustellen sind, allerdings trotzdem die „Geling-Garantie“ bieten. Zelebrieren Sie die vielgelobte neue Langsamkeit und entspannen Sie mit dem Kochlöffel in der Hand.
Vorspeise. Liebevoll gerührt bringt ein wie eine Welle sanft fliesender
Risotto mediterrane Freuden. Dank reichlich Parmesan und Butter ist der cremige Gruß aus der Küche zwar kein Leichtgewicht, aber Balsam für die Seele. Wer als Clou hierfür auch noch
selbstgemachte Brühe verwendet wird mit einem Geschmackserlebnis par excellence belohnt. Apropos Brühe, die sprichwörtliche „gute Suppe' ist nicht nur ein Klassiker an kalten Wintertagen. Mit selbstgemachten Ravioli oder kräftigen Leberknödeln ist sie mehr als eine nur einfache Vorspeise. Aber warum immer auf unserem Kontinent bleiben? Ein beeindruckendes Produkt aus dem Asialaden lädt zu kulinarischen Höhenflügen ein. Aus dem tiefgekühlten
Frühlingsrollenteig lassen sich vielfältige Feuerwerke für den Gaumen abbrennen.
Hauptspeise.Das klassische Gericht in unseren Breiten unterteilt sich im Grunde genommen in drei Komponenten: Fleisch bzw. Fisch, Beilage, Sauce. Wer nur in einen dieser drei Faktoren etwas mehr Zeit, Liebe oder Geld investiert wird mit einem Gericht belohnt, das tatsächlich Wellness für Körper und Geist garantiert. Bei den Hauptspeisen liegt der Kick aber nach der Sicht des Autors im Detail. Spätzle muss man nicht schaben, mit einer gar nicht teuren Spätzle-Reibe gelingt diese Beilage perfekt. Der Hobbykoch muss sich auch an keiner Nudelmaschine den Wolf drehen, wenn er sich einmal an selbstgemachter
Pasta versucht, das klappt auch – nomen est omen – mit dem Nudelholz.
Eine der einfachsten und „wirkungsvollsten“ Beilagen ist das Kartoffelpüree. Gekochte und gepellte Kartoffeln werden zerdrückt und mit etwas Milch oder Sahne und einem großen Stück Butter vermengt (mitunter wird sogar eine Mischung Kartoffel-Butter 2:1 angeraten). Das vorsichtig gerührte Püree ist mit etwas grobem Meersalz eine kleine Sensation und der würdige Begleiter für ein edles Stück Fleisch.
Die Sauce ist leider ein zu oft vernachlässigter Genussfaktor. Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Eine aufwändig hergestellte
Basis wird bereits im Vorfeld hergestellt und dient dann portionsweise eingefroren als Ausgangspunkt zahlreicher kulinarischer Exkursionen. In der Alltagsküche adelt ein Löffelchen (oder ein Würfel aus dem Eisfach) jedes Stück Kurzgebratenes. Dann dürfen es auch einmal die Pommes aus der Röhre als Beilage sein.
Aus der Rubrik „Basteln und Schlemmen“ sind
Gnocchi besonders empfehlenswert.
Bereit für eine weite Reise? Die asiatische Küche hat mehr zu bieten als „Nummer 34, Ente süß-sauer“.
Nasi Goreng, schlicht und einfach übersetzt „gebratener Reis“, beinhaltet eine Vielfalt an Aromen und Komponenten und ist dabei trotzdem im Kern ein einfaches Eintopfgericht. Sämtliche Zutaten gibt es im Supermarkt, Fleisch, Fisch, Garnelen, vorgekochter Reis und Chutney vereinen sich im Wok zu einem leckeren Hauptgericht. Dabei darf ein Spiegel- oder Rührei nicht fehlen. Wer die Würzsaucen selbst herstellt hat die Möglichkeit Süße, Schärfe und Säure sowie die Würzung genau nach eigenem Gusto zu steuern.
Nachspeise.Er ist Seelentröster, Kindheitserinnerung und schlicht und einfach unvergleichlich lecker: der
Schokoladenpudding. Nicht minder beliebt ist selbstverständlich das obligatorische
Eis, selbstgemacht ein kalter Traum, der Herzen wärmt. Käse schließt den Magen – warum nicht einfach einmal das TK-Fach ignorieren und sich eine edle Auswahl an der Käsetheke zusammenstellen lassen?