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Eine Studie des Energiekonzerns Vattenfall sorgt derzeit für Rummel in der Presse. Was ist dran an dem Szenario?Der „Spiegel“ und die „Berliner Zeitung“ und natürlich auch das größte deutsche Boulevardblatt: Alle sagen sie den Verbrauchern steigende
Strompreise voraus, wenn es mit der Erneuerbare-Energien- Förderung so weiterginge. Bis zu zehn Prozent könnten die Energiepreise steigen, so das Horrorszenario.
„Wir warnen seit Jahren vor den ausufernden Kosten der Solarförderung“, sagte Bernd Schüssler von der unabhängigen Fachzeitschrift „Photon“ dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL. Die Unternehmen hätten der Politik schon viel früher von selbst eine Förderkürzung anbieten sollen.
Skeptiker wie das Magazin top agrar hingegen werfen den Mainstream-Medien vor, sie würden eine einseitige Studie wiederkäuen, ohne die andere Seite zu Wort kommen zu lassen, und berufen sich auf „Branchen-Insider“: Es sei kein Zufall, dass die Vattenfall-Studie gerade jetzt veröffentlicht werde, wo die Koalition über Kürzungen der Solarförderung berate. Schließlich habe der Energiekonzern ein großes Interesse an der Laufzeitverlängerung seiner Atomkraftwerke.
Tatsächlich beruht die Studie zu einem großen Teil auf der Prognose, dass im Jahr 2010 ein Zubau von 5000 Megawatt aus Solaranlagen erreicht werde. Die im Jahr 2009 errichteten Anlagen liefern jedoch, trotz hoher Förderung, nur rund 3000 Megawatt. Ob dieser Wert bei rückläufiger Förderung überhaupt erneut erreicht werden kann wird von großen Teilen der Branche bezweifelt.
Eine Analyse des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI, Karlsruhe) besagt außerdem, dass eine verstärkte Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien die teure Energie aus fossilen Kraftwerken ersetzt und dadurch das gesamte Preisniveau auf dem deutschen Strommarkt entlastet. Genau diese Effekte, so das Institut, würden die Gegner der EEGVergütung gerne außen vor lassen und somit zu sehr einseitigen Darstellungen kommen. (AE)