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Richtig Lüften und Heizen für ein gesundes Wohnklima
(Bild: dena)
(Bild: dena)
Die Zeiten ändern sich: Neubauten und sanierte Gebäude sind heute wesentlich luftdichter als früher. Die unfreiwillige Lüftung durch Fenster- und Türritzen findet nicht mehr statt. Mehr und richtig zu lüften ist daher zur Vermeidung von Schimmelpilzbefall und Reduzierung der Schadstoffbelastung umso wichtiger.

Bei Neubauten sind die Wärmeverluste über die Fassade dank moderner Dämmstoffe nur noch etwa halb so groß wie vor 15 Jahren. Ein Problem sind jedoch nach wie vor die so genannten „Wärmebrücken“: Stellen wie Gebäudeecken oder Bereiche um Fenster und Balkonanschlüsse, die weniger als die übrige Wand gegen Energieverluste gesichert sind. Da diese Stellen kälter sind als der Rest, droht hier Feuchtigkeits- und Schimmelpilzgefahr.

Die meiste Feuchtigkeit in der Wohnung verursachen die Bewohner selbst: Durch Duschen, Baden, Wäschetrockenen, Kochen, aber auch durch Atmen und Schwitzen. Zimmerpflanzen sind eine weitere Feuchtequelle. In einem Drei-Personen-Haushalt summiert sich die an die Raumluft abgegebene Feuchtigkeit auf täglich sechs bis acht Liter.

Für ein gesundes Wohnen empfiehlt sich eine relative Luftfeuchtigkeit von 30 bis 60 Prozent. Im Winter kann die Feuchtigkeit kurzfristig auch darunter (25 Prozent) und im Sommer darüber (65 Prozent) liegen. Da der Mensch, anders als für Temperatur, kaum über einen Sinn für Luftfeuchtigkeit verfügt, ist es sinnvoll, in einem häufig genutzten Raum (zum Beispiel im Wohnzimmer) ein Hygrometer anzubringen, das den Feuchtigkeitsgrad anzeigt.

Lüften ist die einzige Art, den Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft zu regulieren. Mechanische Lüftungsanlagen werden zwar immer beliebter, aber noch ist das „klassische“ Lüften durch Öffnen der Fenster die bei Weitem am häufigsten genutzte Methode. Dabei müssen Sie jedoch daran denken, dass ein Luftaustausch nur stattfindet, wenn die Innen- und Außentemperaturen unterschiedlich hoch sind. Zwar ist das im Sommer wie im Winter meistens der Fall; an einem lauen Frühlingstag mit Temperaturen um die 20 Grad kann Fensterlüften jedoch weitgehend wirkungslos bleiben.

Wie lüften Sie richtig?

Beachten Sie Luftfeuchte und Geruchsbelastung
In Küche und Bad kann kurzzeitig sehr viel Feuchte entstehen, zum Beispiel beim Duschen oder Kochen. Lüften Sie diese „Feuchtespitzen“ unmittelbar weg. In Wohnräumen können Sie „nach Nase“ lüften. In Schlafräumen sollten Sie, wenn Sie nicht bei angekipptem Fenster schlafen, unmittelbar nach dem Aufstehen mit weit geöffnetem Fenster lüften (Stoßlüften). Im Winter reichen dafür fünf bis zehn Minuten, im Frühjahr und Herbst können Sie auch länger lüften.

Türen auf oder zu?
Wenn Sie morgens die Schlafräume lüften, lassen Sie die Türen geöffnet. Der Luftaustausch wird dann wesentlich größer. Es empfiehlt sich, dabei auch noch weitere Fenster in der Wohnung zu öffnen.
Wenn Sie in Bad oder Küche lüften, um hohe Luftfeuchtigkeit zu reduzieren, sollten die Türen geschlossen bleiben. Einzige Ausnahme: „Querlüften“ mit einem zusätzlich geöffneten Fenster an der gegenüberliegenden Gebäudeseite.

Stoßlüften ist besser als Kippen
Um Energieverbrauch und Heizkosten zu senken, lüften Sie nur nach Bedarf und vermeiden Sie ständig angekippte Fenster. Schalten Sie den Heizkörper ab, wenn Sie das Fenster öffnen.

Zimmerspringbrunnen und Luftbefeuchter
Luftbefeuchter sollten nur verwendet werden, wenn die Raumluft extrem trocken ist. Das kann an kalten Wintertagen vorkommen, wenn die kalte Außen- der warmen Innenluft beim Lüften viel Feuchtigkeit entzieht. Die meiste Zeit des Jahres sind zusätzliche Luftbefeuchter aber überflüssig und können sogar zu zu hoher Luftfeuchtigkeit führen.

Reagieren Sie richtig auf Sondersituationen
Baufeuchte (im Neubau in Massivbauweise während der ersten ein bis zwei Jahre) sowie zusätzlicher Feuchtigkeit durch einen Wasserrohrbruch, ein undichtes Dach oder eine beschädigte Dachrinne werden Sie nur Herr, indem Sie verstärkt heizen und lüften. Bis die Feuchtigkeit beseitigt ist, müssen Sie die höheren Heizkosten in Kauf nehmen.

Nach einer Sanierung: Lüftungsverhalten überprüfen!
Wenn Ihre Wohnung saniert wurde, kann eine besonders kritische Feuchte-Situation entstehen, wenn Sie Ihr Lüftungsverhalten nicht an die neuen Gegebenheiten anpassen. Werden zum Beispiel die Fenster erneuert, sodass die Wohnung dichter wird, aber an der Außenwand nur Schönheitsreparaturen durchgeführt und die Wände bleiben kalt, so bildet sich mehr Feuchtigkeit. Prüfen Sie den Feuchtigkeitsgehalt am besten mit einem Hygrometer.

Wenn Sie alle diese Tipps beachtet haben und trotzdem Wandfeuchte oder Schimmelpilze auftreten, dann deutet dies auf Baumängel hin: Ein undichtes Dach, eine schadhafte Feuchtesperre oder eine ausgeprägte Wärmebrücke. Die Folgen solcher Mängel können Sie nicht „weglüften“. Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter bzw. einem Bausachverständigen, damit die Ursachen gefunden und behoben werden können.
Download
  • Broschüre "Gesund Wohnen" (pdf) (2,09 MB)
    Weitere Informationen zum richtigen Lüften und Heizen enthält diese Broschüre der Deutschen Energie Agentur (dena).
 
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