 Abluft-Anlage (Bild: dena) |
Abluftanlage
Bei Abluftanlagen strömt frische Luft über Außenluftdurchlässe ins Gebäude. Diese sind in den Wohnräumen über der Heizung angebracht, sodass diese Räume als Erstes durchlüftet werden. Der Luftstrom geht anschließend durch die so genannten „Überströmräume“ (Flure und Treppen) hin zu den „Funktionsräumen“. Dort strömt die Luft dann über einen Abluftschacht ins Freie.
Abluftanlagen erfordern aufgrund des kurzen Rohrnetzes nur einen geringen Installationsaufwand und bieten sich deshalb auch zur Nachrüstung bei einer Sanierung an. Ihr Einfluss auf die Raumluft-Qualität ist sehr positiv, jedoch ist ihr energiesparender Effekt vergleichsweise gering. Im Winter können aber Wärmeverluste vermieden werden, indem man auf die weitgehend unnötig gewordene zusätzliche Fensterlüftung verzichtet.
Ein wichtiger Faktor bei der Planung ist der Stromverbrauch. Er sollte bei Abluftanlagen weniger als 0,25 Watt pro Kubikmeter pro Stunde betragen. Eine Leistungsaufnahme von 30 Watt für eine 100 Quadratmeter große Wohnung ist ein guter Wert; besonders effiziente Anlagen kommen mit deutlich weniger aus.
 Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung (Bild: dena) |
Zu- und Abluftanlage (mit Wärmerückgewinnung)
Der Installationsaufwand für eine kombinierte Zu- und Abluftanlage ist hoch, jedoch ist dieser Anlagentyp, was angenehmes Raumklima und Energiespar-Möglichkeiten angeht, am effektivsten. Bei einem Neubau sollte man sie auf jeden Fall in Erwägung ziehen, bei einer Altbau-Sanierung zumindest die Möglichkeit eines Einbaus prüfen.
Zu- und Abluftanlagen verfügen über einen Zuluft-Kanal zu den „Aufenthaltsräumen“ (Wohn-, Schlaf-, Kinderzimmer), durch die frische Außenluft mithilfe eines Ventilators direkt hineingeblasen wird. Die Abluftschächte befinden sich in den „Nutzräumen“.
Fast alle Zu- und Abluftanlagen bieten Wärmerückgewinnung: Die kalte Außenluft wird durch die Abluft erwärmt, ohne jedoch Gerüche und Feuchte aufzunehmen. Die hereinströmende Frischluft ist dadurch sogar im Winter fast so warm wie die Raumtemperatur. Das vermeidet kalte Zugluft und spart Heizkosten.
Durch den zusätzlichen Ventilator ist der Stromverbrauch einer Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung etwas höher als der einer reinen Abluft-Anlage und beträgt etwa 0,45 Watt pro Kubikmeter pro Stunde, was bei einer 100-Quadratmeter-Wohnung rund 60 Watt entspricht. Das Verhältnis von eingespartem Heizwärmebedarf zu zusätzlichem Strombedarf liegt bei gut geplanten Anlagen aber dennoch bei günstigen 7:1 bis 13:1.
Dezentrale Lüftungsgeräte
Diese Geräte können auch in Altbauten meist relativ leicht nachgerüstet werden. Sie eignen sich als Lösung für „Problemräume“ wie Küche und Bad. Montiert werden die Einzellüfter an der Außenwand neben dem Fenster, im Bereich der Fensterbank, oder kombiniert mit dem Heizkörper unter dem Fenster. In den meisten Fällen handelt es sich um Zu- und Abluftgeräte, bei denen ebenfalls Wärmerückgewinnung üblich ist; aufgrund der kurzen Strömungswege ist der Wirkungsgrad jedoch recht niedrig.